Rezension Gut gegen Nordwind und Alle sieben Wellen

Ich komme tatsächlich hin und wieder zum Lesen, auch wenn ich mal wieder tausend Dinge auf einmal mache. Aber darum geht es ja jetzt gerade nicht, sondern um die Bücher.

Gut gegen Nordwind ist ein Roman, der ausschließlich aus E-Mails besteht. Emmi Rothner versucht, ein Zeitschriftenabo zu kündigen, vertippt sich und landet bei Leo Leike, der sie darauf hinweist, dass er die falsche Adresse ist.
Daraus entwickelt sich ein witziger, intelligenter Mail-Dialog, der sich an einem Tag herunterlesen lässt und beweist, dass Gefühle über das Internet möglich sind. Und natürlich gibt es ein paar Hindernisse, so hat Leo eine „an-aus-an-aus“-Beziehung und Emmi ist glücklich verheiratet. Aber sie wollen ja auch gar nicht mehr voneinander, als Mails. Leidenschaftliche Mails, die nach Möglichkeit die unsichtbare Grenze nie überschreiten, die beide vom Betrug fernhält.
In
Alle sieben Wellen muss Emmi zunächst lernen, ohne Leo, beziehungsweise nur mit seinem Systemadministrator auszukommen, und natürlich halten beide diesen Zustand nicht ewig aus. Ihre Ehe kriselt, seine An-Aus-Frau wurde gegen eine neue eingetauscht, die „perfekt passt“ und Leo und Emmi beweisen sich mit schöner Regelmäßigkeit, dass sie weder mit- noch ohne einander können.

Daniel Glattauer hat es meisterhaft geschafft, die Gefühle seiner Protagonisten einzufangen, humorvoll und hin und wieder tiefsinnig widerzugeben und so einen leichten, amüsanten Roman zu erschaffen. Pardon, zwei, aber ich habe beide zusammen in 48 Stunden durchgelesen, da kann man schon mal die Grenzen verlieren.